Redensarten mit Hand und Fuß

Unsere Gliedmaßen sind im täglichen Sprachgebrauch stets vertreten

27.02.2010 Vera Carius

Redewendungen, Metaphern, die unsere Hände und Füße betreffen, sind aus der Alltagssprache nicht wegzudenken und nehmen auf fast alle Lebensbereiche Bezug.

Was wir tun, soll sinnvoll sein und somit Hand und Fuß haben. Denn beide brauchen wir, wollen wir zupackend sein und gleichzeitig vorwärts kommen. Vor allem aber hat der Verstand, oft aber auch die Intuition, bei unseren Vorhaben und unserem Handeln die Hand im Spiel. Und wie für jedes Spiel, nicht nur Roulette oder Poker, braucht es ein glückliches Händchen. Ebenso entscheidend ist dieses für den Umgang mit unseren Mitmenschen, ob in Beruf, Familie oder Freundschaft.

Hand und Fuß in Redewendungen, die sich auf die Arbeit und Unternehmungen beziehen

Wenn es um Arbeit geht, so ist es erfreulich, wenn es eine gedeihliche Zusammenarbeit gibt, wenn diese Hand in Hand erfolgt. Bei vielen Tätigkeiten muss jeder Handgriff sitzen, damit nichts in die Binsen geht. In allen Bereichen aber sollte die Kommunikation eine wichtige Stelle einnehmen, damit die rechte Hand immer weiß, was die linke tut. Dann geht die Arbeit auch gut von der Hand und ist im Handumdrehen fertig. Manchmal gibt es im Team auch jemanden, der das Heft nicht gern aus der Hand gibt und immer das Sagen haben will. Hand aufs Herz, manchem gefällt das nicht, sich nur unterzuordnen, einem anderen stets auf dem Fuße zu folgen oder sich für ihn gar die Füße wund zu laufen. Handlangerdienste sind nicht jedermanns Sache. Das kann dann schon mal zu Händel führen oder mancher ringt die Hände angesichts dieses Führungsstils oder dieser Eigenmacht. Gelegentlich hilft dann ein offenes Wort oder auch ein Machtwort und der Gesprächspartner wird einsichtig und zeigt sich danach handzahm. Ein anderer verliert vollends die Lust und wirft aus Wut alles hin, eben dem Widersacher vor die Füße. Er stimmt also mit den Füßen ab und verlässt das Unternehmen, so wie Staatsbürger einem Land den Rücken kehren, das sie als undemokratisch empfinden.

Verständlich, denn wer möchte nicht gern, dass seine Stimme zählt und gehört wird, er an Entscheidungen mitwirken oder sie gar selbst treffen darf. Vor allem junge Menschen, insbesondere wenn sie im elterlichen Betrieb tätig sind, träumen von ihrem eigenen Unternehmen, in dem sie vieles anders handhaben würden. Sie möchten halt auf eigenen Füßen stehen. Wobei es ab und an der leichtere Weg ist, in die Fußstapfen eines erfahrenen Älteren zu treten, sonst können die ersten Schritte schmerzlich enden. Denn trotz größter Bemühungen, alles auf solide Füße zu stellen, können sich diese als tönern erweisen. Dann sind Kontinuität und Solidität in Gefahr und der Absturz rückt in greifbare Nähe. Im schlimmsten Fall fällt man dann auf den Bauch und im besten danach wieder auf die Füße.

Nun können wir es aber auch langsam angehen lassen, also mit Bedacht einen Fuß vor den anderen setzen, um nur ja keinen Fehler zu machen. Denn wer will schon über die eigenen Füße stolpern? Doch Vorsicht bis hin Verzagtheit bergen die Gefahr, dass wir auf der Stelle treten und kein Fortkommen sehen. Dann brauchen wir jemanden, der uns an die Hand nimmt. Wenn wir Glück haben, ist es eine Person, die weiß, was sie tut, der wir so vertrauen dürfen, dass wir für sie unsere Hand ins Feuer legen können. Dabei sollte auch nie in Vergessenheit geraten, dass man sich danach für die Unterstützung erkenntlich zeigt. Schließlich wäscht eine Hand die andere.

Hand und Fuß in Redensarten, die den Lebensstil und die Finanzen betreffen

Einer hat ordentlich was an den Füßen, das heißt, er steht finanziell gut da. So gönnt er sich wahrscheinlich einen aufwendigen Lebensstil. Er lebt dann auf großem Fuß, möglicherweise auf zu großem. Das mag wohl eine Weile gut gehen, doch irgendwann braucht er jemanden, der ihm nicht nur die Hand reicht, sondern sogar unter die Arme greift. Sitzt er schon in der Schuldenfalle, kann er leicht kalte Füße bekommen, im schlimmsten Fall steht er schon mit einem Fuß im Gefängnis. Da ist dann schwer jemand zu finden, der aus der Patsche hilft, wenn der Leichtsinnige die Hand aufhält. Schwerer noch ist es, jemanden zu finden, der eine schützende Hand über ihn hält, sich für ihn verbürgt. Da kann der Verschwender lange händeringend bitten und flehen. Manchmal wird er sogar des Hauses verwiesen und darf keinen Fuß mehr auf des anderen Schwelle setzen. Der Neider wird dann als Zeichen seiner Schadenfreude in die Hände klatschen. Doch manchmal gibt es einen gutherzigen Erbonkel, der bereits zu Lebzeiten die Schatztruhe öffnet, weil er lieber mit warmer Hand gibt.

Hand und Fuß in unserer Sprache, wenn sie sich auf die Freunde bezieht

Unter wahren Freunden verhält es sich natürlich anders. Sie reichen sich immer die Hand, und nicht nur zum Gruß. Traurig ist es, wenn ein Freund nicht mehr auf die Füße kommt, also in einem Beruf nicht mehr Fuß fassen kann, oder noch viel schlimmer, sich von einer Krankheit nicht mehr erholt. Da heißt es, wie ein Soldat gehorsam Gewehr bei Fuß stehen und dem anderen helfen, so gut es eben geht. Doch Verständnis zeigt sich in der Freundschaft schon in kleineren Dingen, beispielsweise wenn der andere mal schlechte Laune hat, also mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden ist. Bei dauerhaft übler Stimmung sollte sich der Betreffende jedoch mal auf die Füße machen und jemanden konsultieren, der den Dingen auf den Grund geht, ihm vielleicht gar aus der Hand liest. Sind die Ursachen gefunden, liegen sie also auf der Hand, gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen, sich dem Schicksal zu ergeben und ihm nicht ins Handwerk zu pfuschen oder aber im Gegenteil das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

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